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Termine eintragen – wie ein einfacher Kalender Schülerinnen und Schülern hilft, ihr Lernen selbst zu regulieren

Nach den Herbstferien habe ich meinen Lernenden eine einfache Frage gestellt:
„Wir haben jetzt noch acht Wochen bis zu den Weihnachtsferien. In dieser Zeit liegt einiges an, wie kannst du dich so organisieren, dass du gut, entspannt und erfolgreich lernen kannst?“

Zuerst war es still. Dann kamen nach und nach verschiedene Ideen. Und plötzlich sagte eine Schülerin ganz ruhig:
„Man könnte es sich in den Kalender eintragen.“

Genau dort setzte ich an und stellte die erste Strategie aus meinem Strategiefächer vor:
Termine in den Kalender eintragen.
So simpel. Und doch so wirksam gerade, wenn es um Lernen, Lernstrategien, Selbstregulation und den Ausbau wichtiger Kompetenzen geht.

Lernen sichtbar machen – mit acht Wochen auf einem Blatt Papier

Ich hatte ein Arbeitsblatt vorbereitet, auf dem die kommenden acht Wochen als kleiner Kalender zu sehen waren.

Gemeinsam sind wir Schritt für Schritt vorgegangen:

  • Zuerst haben wir die Wochenenden markiert. Zeit zum Auftanken. Zeit für Familie. Zeit für sich.
  • Dann haben wir Ausflüge und besondere Ereignisse eingetragen, denn Lernen findet nicht nur in der Schule statt, sondern im ganzen Leben.
  • Danach sind wir zu den Abgabezielen übergegangen. Welche Themeneinheiten sollten bis wann abgeschlossen sein?
  • Und schließlich haben wir gemeinsam überlegt, wann ein guter Zeitpunkt für einen Könnensbeweis wäre, also für den Moment, in dem Lernende zeigen, was sie gelernt haben.

Viele Lernende haben zum ersten Mal gespürt, dass Planung nicht Druck bedeutet, sondern Entlastung.
Denn wer Termine für das Lernen sichtbar macht, schafft sich Orientierung. Und Orientierung gibt Sicherheit.

Zum Schluss habe ich eine kleine Reflexionsfrage gestellt:
„Warum ist es sinnvoll, sich einen Kalender anzulegen oder Termine einzutragen?“

Die Antworten der Kinder waren schon sehr reflektiert. (Ich reflektiere aber auch schon bereits seit Jahrgang 5 mit ihnen.)

  • „Dann gerate ich nicht in Stress.“
  • „Ich kann mein Lernen besser einteilen.“
  • „Ich vergesse nichts.“
  • „Ich fühle mich sicherer.“

Genau darum geht es.
Nicht um Perfektion.
Nicht um Leistung um der Leistung willen.

Sondern darum, dass Kinder und Jugendliche lernen, ihr Lernen zu verstehen  und selbst in die Hand zu nehmen.

Kalenderarbeit ist eine ganz einfache Form von Selbstregulation:
Ich plane.
Ich entscheide.
Ich übernehme Verantwortung für meinen Lernprozess.

Und ganz nebenbei entwickeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen, die weit über die Schule hinausreichen.

Lernen lernen mit Herz, Haltung und Struktur

Für mich bedeutet Lernen immer auch Beziehung. Vertrauen. Zutrauen.
Deshalb führen wir jede neue Lernstrategie ganz behutsam ein. Nicht als starre Methode — sondern als Einladung:

„Schau, probiere es aus und finde deinen Weg.“

Denn Lernen ist etwas zutiefst Persönliches.
Und wenn Lernende erleben, dass sie wirksame Strategien an der Hand haben, dann wächst etwas ganz Wertvolles: innere Stärke.

Mein Fazit

Die Strategie „Termine in den Kalender eintragen“ klingt vielleicht unscheinbar.
Doch sie ist ein leiser Schlüssel.

Ein Schlüssel für:

  • mehr Überblick
  • weniger Stress
  • bewussteres Lernen
  • echte Selbstregulation

Und sie unterstützt die Lernenden dabei, Lernstrategien aktiv zu nutzen, ihre Kompetenzen zu entwickeln und Schritt für Schritt ihren eigenen Lernweg zu gehen.